In meinem heutigen Sonntagsartikel möchte ich Euch erzählen, wie ich weltweit kostenlos Bargeld abhebe. Dabei spreche ich bewusst von mir, da es viele Lösungen gibt, und meine nicht unbedingt die beste sein muss. Es kommt viel mehr darauf an, welche Voraussetzungen für Euch persönlich erfüllt sein müssen. Mir ist es z. B. wichtig, dass ich auch kleinere Beträge (< 50 €) abheben kann, da ich meist mit Karte oder mit Apple Pay bezahle und daher selten viel Bargeld bei mir trage.

Geld abheben im Inland

Meine Hausbank gehört dem Cashpool-Verbund an. Da dieser mit ca. 3.000 Geldautomaten zu den kleinsten Zusammenschlüssen gehört, bin ich oft in der Situation, dass kein geeigneter Automat in der Nähe ist. Ich hatte aus diesem Grund lange Zeit ein Zweitkonto bei der DKB, seit diese jedoch einen Mindestabhebebetrag von 50 € festgelegt hat, war diese Option nicht mehr so interessant für mich. Außerdem nervte es mich, die Kreditkarte immer manuell ausgleichen zu müssen.

Meine Lösung für kostenlose Bargeldabhebungen im Inland: Revolut und Curve

Möglichkeit 1:

Die für mich zurzeit praktikabelste Lösung um im Inland an Bargeld zu kommen ist Curve. Dabei handelt es sich um eine Debit Mastercard aus London, die eigentlich gar keine ist. Denn Curve funktioniert nur, wenn Ihr bereits über andere Kreditkarten verfügt, über die abgerechnet werden kann. Das Ganze ist in etwa so wie physisches Apple Pay.

Curve Debit  Mastercard und Revolut Maestro.
Meine Favoriten fürs Inland: Curve und Revolut
Curve App Übersicht.
Die Curve App ist sehr aufgeräumt. Mit der Curve Mastercard kann weltweit kostenlos Bargeld bezogen werden. ©makemypay.org

Bsp.: Ich habe drei Kreditkarten bei Curve hinterlegt. (Amex wird leider zurzeit nicht unterstützt.) Vor dem Kauf wähle ich in der App aus, mit welcher Karte ich bezahlen möchte. Der Kauf wird dann über Curve autorisiert und der dahinter liegenden Karte belastet (so wie bei einer Online-Transaktion). So weit so gut, doch was ist der Vorteil? Curve bietet eigene Konditionen, die in der Regel besser sind als die der hinterlegten Kreditkarte. Neben 0 % Fremdwährungsgebühr, kann im Inland kostenlos Bargeld abgehoben werden. Dies ist auf 10 Abhebungen pro Monat begrenzt, ab der 11. wird eine Gebühr von 0,50 € berechnet. Das Tageslimit liegt bei 200 GBP (ca. 233 €) und bei 2.000 GBP (ca. 2.335 €) im Monat. Einen Mindestabhebebetrag gibt es nicht. Falls Euch diese Möglichkeit zusagt, könnt Ihr Euch mit meinem Promocode EKG2PL9N anmelden. Wir beide erhalten dann 5 GBP.

Natürlich gibt es auch Nachteile, die ich Euch nicht vorenthalten möchte: Bei Curve handelt es sich um ein Startup, das jederzeit seine Konditionen ändern kann. Verlasst Euch also nicht vollkommen darauf. Außerdem funktioniert die Abhebung bei einigen Sparkassen nicht, da diese ein direktes Entgelt (in meinem Fall 4,80 €) berechnen. Bei allen anderen Banken solltet Ihr jedoch keine Probleme haben.

Möglichkeit 2:

Revolut App Preisplan.
In der Curve App könnt Ihr sehen, wie viel Bargeld Ihr im laufenden Monat bereits abgehoben habt. ©makemypay.org

Meine zweite Möglichkeit für kostenlose Abhebungen im Inland ist Revolut. Hierbei handelt es sich ebenfalls um ein Startup aus London, das im Gegensatz zu Curve ein fast vollwertiges Girokonto ersetzt. Das kann man nun als Vor- oder Nachteil sehen.

Revolut kann via Apple Pay oder per Kreditkarte in Echtzeit aufgeladen werden, sodass ich mein Konto häufig erst unmittelbar vor dem Abheben befülle. Revolut funktioniert im Gegensatz zu Curve bisher auch bei jeder Sparkasse.

Geldautomat in Mailand mit Curve.
Mit Curve kann innerhalb der EU ohne Begrenzung kostenfrei Bargeld abgehoben werden. In Fremdwährung bis 500 € p.m. ©makemypay.org

Auch diese Methode hat leider Nachteile: Zum einen muss die Karte wie beschrieben zunächst aufgeladen werden, zum anderen sind die kostenlosen Abhebungen auf 200 € pro Monat begrenzt. Im Anschluss wird ein Aufschlag von 2 % berechnet. In der App könnt Ihr immer nachschauen, wie viel Bargeld Ihr bereits abgehoben habt, so verliert Ihr nie den Überblick.

Kostenlose Bargeldabhebungen im Ausland (nicht EU)

Meine oben beschriebenen Methoden lassen sich mit Einschränkungen auch im Ausland anwenden. Revolut hat in diesem Zusammenhang keine, Curve begrenzt die Bargeldverfügungen hingegen auf 500 € im Monat, sobald man in Fremdwährung abhebt. Im Anschluss werden 2 % Aufschlag berechnet.

Da ich im Ausland gerne auf Nummer sicher gehe und in der Regel nur zwei Kreditkarten einpacke, nutze ich auf Reisen die Gebührenfrei Mastercard Gold von Advanzia. Diese verzichtet auf einen Fremdwährungsaufschlag, hat ein hohes Verfügungslimit und eignet sich ebenso zum günstigen Bargeldbezug. Das Bargeldlimit beträgt 1.000 € pro Tag und ist lediglich auf 5 Abhebungen pro Tag begrenzt. Der Nachteil dieser Karte ist, dass 1,49 % Zinsen pro Monat ab dem Abhebe-Datum berechnet werden, sodass für eine Abhebung von umgerechnet 100 € ca. 1,49 € pro Monat oder 5 Cent am Tag anfallen. Wenn man den Betrag direkt ausgleicht, fallen tatsächlich nur wenige Cents an Gebühren an, sodass es sich für mich nicht lohnt, eine weitere Karte mit auf Reisen zu nehmen.

Tipp: SparCard der Deutschen Bank

Deutsche Bank SparCard und Gebuhrenfrei Mastercard Gold Advanzia.
Meine treuen Begleiter im Ausland ©makemypay.org

Wer keine Lust auf eine Kreditkarte hat oder aus Bonitätsgründen keine bekommt, kann sich entweder für Revolut entscheiden oder für die SparCard der Deutschen Bank. Letztere hat insbesondere für USA-Reisende einen entscheiden Vorteil in petto. Da die Deutsche Bank kostenlose Barabhebungen bei seinen Kooperationspartnern erlaubt und zu diesen die Bank of America gehört, kann mit dieser Karte an jedem BoA-Automaten kostenfrei abgehoben werden. Die in den USA sonst üblichen direkten Automatenentgelte, vor denen Euch auch die DKB und Co. nicht bewahren können, fallen beim Einsatz der SparCard nicht an.

Nachtrag: Die Santander 1Plus Visa ist in Deutschland die einzige Kreditkarte, die auf Antrag direkte Automatenentgelte (üblich in Thailand und den USA) nachträglich erstattet. Da ich in diesem und auch in den vorigen Artikeln bereits über viele Karten und Anbieter gesprochen habe, folgt in den kommenden Tagen ein Vergleich der besten Kartenmodelle und -kombis.