Aus aktuellem Anlass möchte ich Euch heute Tipps geben, wie Ihr im Urlaub außerhalb der EU hohe Fremdwährungsgebühren vermeidet. Informationen dazu muss man sich mühsam zusammensuchen, daher findet Ihr hier kurz und knapp alles Wissenswerte.

Gebühr für Währungsumrechnung

Die meisten Banken und Kartenanbieter berechnen ein Entgelt für die Währungsumrechnung, sobald Ihr Eure Karte im Ausland in Fremdwährung belastet. Bei meiner American Express-Karte beträgt diese Gebühr 2 %, bei meiner Visa-Karte 1,75 %, bei meiner Backup-Mastercard wird keine zusätzliche Gebühr berechnet. Nutze ich die ersten beiden Karten nun in England, müsste ich bei einem Betrag von umgerechnet 100 € demnach 1,75 € bzw. 2 € Gebühr bezahlen. Bei kleinen Beträgen fällt der prozentuale Aufschlag kaum ins Gewicht, sodass man sich nicht unbedingt nach einer Alternative zu seiner bisherigen Kreditkarte umschauen muss.

Auf jeden Fall lohnt sich ein Blick in das Preis- und Leistungsverzeichnis Eurer Bank/Eures Kartenanbieters, da teilweise auch Mindestbeträge erhoben werden. Bei girocards wird für die Verwendung des Co-Brandings (Maestro/ V Pay) häufig ein Aufschlag von 1 %, mindestens 0,77 – 1,50 € berechnet. Wer also in London jeden Kaffee und andere Kleinstbeträge mit der girocard zahlt, wird spätestens beim Blick auf die Abrechnung in Tränen ausbrechen.

Übrigens: Die Deutsche Bank berechnet diese Mindestgebühr bei fast allen ihrer Kreditkartenmodelle, inkl. der girocard. Eine Ausnahme bilden die Travelcard (0 %), die Debitkarte „Deutsche Bank Card Plus“ und die virtuelle Debit Mastercard für Apple Pay (beide 1 %)

Wichtigster Faktor: Der Wechselkurs!
Mastercard vs. Visa vs. Amex vs. Interbankenkurs

Unabhängig der jeweiligen Aufschläge ist der Wechselkurs maßgeblich für den Preis, den Ihr letztendlich bezahlen müsst. Dieser variiert je nach Anbieter. Die folgenden Links führen Euch zu den jeweiligen Währungsrechnern, über den Bankenverband bekommt man den Interbankenkurs, der zum Beispiel von Revolut und Curve verwendet wird:

Mastercard Währungsrechner

Visa Währungsrechner

Amex Währungsrechner (Nicht öffentlich, daher Login erforderlich!)

Interbankenkurs Währungsrechner (via Bankenverband)

Zum besseren Verständnis habe ich nachfolgendes Berechnungs-Beispiel für Euch: Ihr bezahlt 100 GBP mit Wertstellung vom 30. April 2019. Der Tag der Wertstellung weicht in der Regel einige Tage vom tatsächlichen Einsatz der Karte ab.

Eingesetzte Karten:

  • Mastercard ohne Auslandseinsatzentgelt (AEE)
  • Visa mit 1,75 % AEE
  • Amex mit 2 % AEE
  • Referenz: Interbankenkurs
  1. Mastercard: 100 GBP = 116,38 EUR
  2. Visa: 100 GBP = 116,13 EUR (ohne AEE); 118,16 EUR (inkl. AEE)
  3. Amex: 100 GBP = 116,55 EUR (ohne AEE); 118,88 EUR (inkl. AEE)
  4. Interbankenkurs: 100 GBP = 115,98 EUR

Wie man sieht, sind die Gebühren für den AEE im Verhältnis relativ gering, sollte man im Urlaub jedoch höhere Summen bargeldlos bezahlen, lohnt sich die Anschaffung einer Kreditkarte ohne AEE. Dazu folgt in Kürze ein Vergleichsartikel mit den besten Reisekreditkarten.

Wichtig: Vorsicht vor DCC!!

Die sogenannte Direct Currency Conversion wird im Ausland gerne als „praktische“ Dienstleistung angepriesen, da einem vermeintlich teure Gebühren erspart bleiben. Kurz zur Funktionsweise: Durch DCC werden ausländische Karten in ihrer Heimatwährung belastet, sodass der Kunden nicht das sonst übliche AEE zahlen muss. Der Clou an der Sache ist: Die Wechselkurse sind so schlecht, dass das Ganze schon fast an Betrug grenzt. Hier ein Beispiel von letzter Woche:

Direct Currency Conversion, London ATM, moneycorp. Schlechter Wechselkurs.
Bsp. für DCC in London. Der Wechselkurs ist unterirdisch ©makemypay.org

Für die Umrechnung hat der Automat folgenden Referenzwechselkurs als Grundlage benutzt: 1 GBP = 1,4994 EUR, der echte Kurs lag hingegen bei 1.158704 EUR. Inklusive dem für die verwendete Karte veranschlagten AEE hätte man statt 299,88 EUR nur 235,80 EUR bezahlt. Das ist eine Differenz von 64,08 EUR!!

Wie kann man DCC vermeiden?

Im Grunde ist das ganz einfach. Wenn Ihr im Ausland Eure Karte benutzt, dürft Ihr nie in Euro bezahlen! Egal ob Ihr im Geschäft gefragt werdet oder am Geldautomaten zwischen Euro und Fremdwährung wählen müsst. Entscheidet Euch immer für die Landeswährung und lasst Eure Bank/Euren Kreditkartenanbieter umrechnen. Wie das obige Beispiel zeigt, ist das selbst mit AEE (und sogar mit eventueller Abhebegebühr seitens Eurer Bank) viel günstiger. Insbesondere bei Geldautomaten wird die Funktion zum Ablehnen von DCC etwas versteckt, aber sie ist definitiv da.

Tipp: Ich habe gehört, dass Ausländer in Geschäften teilweise vom Händler genötigt werden, DCC zu akzeptieren. Dies ist ein klarer Regelverstoß und sollte Visa oder Mastercard gemeldet werden. Zusätzlich solltet ihr auf dem Händlerbeleg, wenn Euch dieser zum Unterschreiben gegeben wird, folgendes vermerken: „local currency not offered“. Bewahrt Eure Quittung im Anschluss gut auf und meldet den Verstoß.

Tipp 2: Besitzer einer American Express-Karte haben es in diesem Fall leichter, denn Amex unterbindet DCC. Solltet Ihr also unsicher sein und eine American Express-Karte bei Euch führen, nutzt am besten diese zum Bezahlen. Damit kann nichts passieren.