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Immer die besten Karten haben

Mobile Payment in Mailand [Update]

Über die Osterfeiertage bin ich spontan nach Mailand geflogen und war bereits vor der Abreise gespannt, wie die Mobile Payment-Infrastruktur dort wohl aussehen mag. Ich nutze Apple Pay hauptsächlich mit einer American Express-Karte und habe zusätzlich eine Visa-Karte im Wallet. Beide Karten sind aufgrund relativ hoher Abhebegebühren nicht zur Bargeldbeschaffung geeignet, weshalb ich noch eine physische Karte nur diesem Zweck eingepackt habe. Meine girocard (ec/Maestro) ist ebenfalls mit auf Reisen gegangen.

Kurz zusammengefasst:

Apple Pay-Karten (virtuell im Wallet)

  • American Express (Credit)
  • Visa (Credit)

Physische Karten:

  • Curve Mastercard (Debit)
  • girocard (ec/Maestro) (Debit)

Apple Pay in Mailand

Mein Hotel hatte ich bereits im Vorfeld gebucht, sodass ich erst im Laufe des Städtetrips angefangen habe, tatsächlich Geld auszugeben. Im Gegensatz zu Deutschland fällt sofort auf, dass Mobile Payment und Kartenzahlungen überall bekannt sind und von den Händlern vor Ort direkt angeboten werden. Ich konnte vom Kaffee über Kleidung bis hin zu Fahrkarten ausnahmslos Apple Pay verwenden und wurde nie schräg angeschaut, wenn ich mein iPhone zückte. Für die Amex-Nutzer unter euch: Die Karte wird fast überall akzeptiert, selbst wenn nur mit Visa und Mastercard geworben wird. Einmal in einem Kiosk am Flughafenterminal und bei Mc Donalds in der Innenstadt musste die Visa als Backup herhalten. In einem indischen Kiosk gab es für Kartenzahlungen/Mobile Payment einen Mindestumsatz von 5 Euro, das war jedoch eine absolute Ausnahme.

Öffentliche Verkehrsmittel

Als Apple Pay-Nutzer und kontaktloser Kartenzahler hat man besonders einfachen Zugang zum öffentlichen Nahverkehr (U- u. S-Bahn). Man bucht sich jeweils beim Ein- und Ausgehen am NFC-Terminal ein und bezahlt am Ende des Tages den günstigsten Tarif. Lohnen sich bei kurzen Wegstrecken Einzelfahrten, werden auch nur diese berechnet, sollte man öfter gefahren sein, bucht das System automatisch die Tageskarte. Wichtig ist, dass man beim Ein- und Auschecken die selbe Karte nutzt. Wechselt man die Karten, wird auf die ältere der Höchstpreis gebucht und die neue beginnt von vorn zu zählen. Die Abrechnung über die Kreditkarten erfolgt im Zeitraum von ca 24 – 72h nach der letzten Fahrt.

Sehr fortschrittlich: U-Bahn in Mailand – ©makemypay.org

[Update] Mit iOS 12.3 kam ein interessantes Update, mit dem Ihr den gesperrten U-Bahn-Bereich noch schneller betreten könnt. Es ist nun möglich, in Einstellungen -> Wallet & Apple Pay eine Express-ÖPNV-Karte auszuwählen. Über die ausgewählte Karte könnt Ihr geeignete Lesegeräte passieren, ohne die Zahlung wie gewohnt mittels Touch ID oder Face ID zu autorisieren. Dadurch lassen sich sicher ein paar Sekunden einsparen. Klingt erstmal unsicher, aber mit Kontaktloskarten macht man ja im Grunde nichts anderes, außerdem geht es – zumindest in Mailand – um einen Maximalbetrag von 4,50 €. Ob das Ganze funktioniert konnte ich noch nicht testen.

Mit der neuen Funktion in iOS 12.3 ist der Zutritt zu U-Bahnen noch einfacher.
Mit der neuen Funktion in iOS 12.3 ist der Zutritt zu U-Bahnen noch einfacher. ©makemypay.org

Bargeldabhebung

Für den Fall der Fälle sollte man immer ein wenig Bargeld bei sich tragen. Da Italien ein Euro-Land ist, kann man einfach vor der Reise ein bisschen Weggeld einstecken, vor Ort sollte man nur Bargeld abheben, wenn man Kunde einer Bank ist, die dies kostenfrei anbietet. Ich nutze zurzeit Curve zur kostenfreien Abhebung weltweit und auch im Inland. Hierzu schreibe ich später noch einen eigenen Artikel. Sollte man diese Möglichkeit nicht haben oder eventuell nicht wollen, kommen in der Regel folgende Kosten auf Euch zu:

Bsp.: Abhebung mit girocard (ec)

  • in der Regel kostet die Bargeldbeschaffung mit Eurer Bankkarte 1% vom Verfügungsbetrag, mindestens aber 5 Euro. Direktbanken, die eine Kreditkarte zum kostenfreien Bargeldbezgug anbieten, verlangen gerne auch mal bis zu 10 Euro. Kleinere Abhebungen sind demnach entsprechend teuer.

Bsp.: American Express

  • Amex verlangt 4% vom Umsatz, mindestens aber 5 Euro. Bis zu einem Abhebebetrag von 125 Euro bezahlt man also immer 5 Euro.

Bsp.: Visa/Mastercard

  • Es gibt sehr viele Kartenmodelle dieser beiden Marken, mit der kostenfreie Bargeldabhebungen weltweit oder zumindest Europa-weit möglich sind. Dazu folgt in Kürze ein eigener Artikel. Für „normale“ von Filialbanken ausgestellte Visa und Mastercards sind die Gebühren im Ausland ähnlich wie bei Eurer Bankkarte.

Tipp: Googlet „[Eure Bank] preis- und leistungsverzeichnis“. Dies wird von Google während des Schreibens schon vorgeschlagen. Dort findet ihr genau, welche Beträge z. B. für das Bezahlen in Fremdwährung oder am Geldautomaten anfallen.

Die girocard wird unterschätzt

Auf den meisten Reiseblogs findet die gewöhnliche girocard keine Erwähnung. Im Gegenteil: oft wird sogar davon abgeraten, diese im Ausland zu nutzen. Dieser schlechte Ruf ist zumindest in Europa unbegründet. In Mailand konnte ich beispielsweise überall auch mit meiner kontaktlosen Bankkarte bezahlen. Diese läuft im Ausland über das Co-Branding Maestro oder V Pay. Ähnlich wie bei meiner American Express-Karte funktionierte sie auch dann, wenn die Akzeptanz nicht beworben wurde. Da die girocard für gewöhnlich von der Hausbank ausgestellt wird und man dieser vertraut (zumindest ich), würde ich diese Karte stets als Backup bei mir tragen, da im Notfall die Hausbank sicher besser helfen kann, als der Kundenservice einer kostenlosen Reisekreditkarte.

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  1. Willy

    Wie sieht es mit der Geldautomatendichte in Mailand aus? Muss man lang suchen, um einen zu finden?

    • makemypay.org

      Hallo Willy,

      Geldautomaten gibt es in Mailand gefühlt an jeder Ecke. Lang suchen muss man nicht 😉

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